Früh- und hochmittelalterliche Buchmalerei
Call for Papers - XXXI. Deutscher Kunsthistorikertag, Würzburg, Julius-Maximilians-Universität, 23.-27. März 2011. E-Mail: info@kunsthistoriker.org.
GENIUS LOCI
In Würzburg und seiner Region ist seit dem frühen Mittelalter in bemerkenswerter Dichte und Kontinuität eine häufig internationalen Maßstäben standhaltende Kunsttätigkeit möglich gewesen. Dieses reiche und vielschichtige Patrimonium hat die Sektionsthemen provoziert. Sie nehmen dezidiert von solchen Aspekten der Würzburger Kunstgeschichte ihren Ausgang, die in weitere Horizonte führen und damit prinzipielles Interesse beanspruchen, zugleich neue Einsichten und methodische Reflexion fördern können. Besonders willkommen ist, daß dabei wichtige Arbeitsbereiche diskutiert werden, die auf Kunsthistorikertagen bislang kaum vertreten waren. Auch die Problematisierung des heutigen und künftigen Umgangs mit dem Erbe und nicht zuletzt unsere Verantwortung für die bildungspolitischen Voraussetzungen drängen sich in einer Stadt wie Würzburg geradezu auf. Das Motto beschwört also in erster Linie die gewiß inspirierende Substanz der Würzburger Kunstgeschichte, mit der sich zu konfrontieren auch Orts- und Museumstermine, Ausstellungen und Exkursionen Gelegenheit geben werden. Es regt darüber hinaus die Auseinandersetzung mit der Frage an, wie wir uns in Zeiten einer sich an globale, manchmal ortlos verschwimmende Weiten gewöhnenden Kunstwissenschaft der Herausforderung des historisch gewachsenen, komplexen Systems einer lokalen Identität angemessen stellen können.
Sektion 1: Früh- und hochmittelalterliche Buchmalerei, Wolfgang Augustyn, München / Fabrizio Crivello, Turin
Würzburg war seit Gründung des Bistums im 8. Jahrhundert ein wichtiges Zentrum der Buchmalerei, wie illuminierte Handschriften des 8. und 9. Jahrhunderts belegen; bekannt sind illuminierte Handschriften aus Würzburg ebenso aus ottonischer Zeit wie aus dem 13. Jahrhundert. Der Tagungsort lädt zur Frage ein, welche Bedeutung Kathedrale und Klöstern bei der Buchproduktion von der ottonischen Zeit bis ins ausgehende 12. Jahrhundert zukam und welche Anregungen dabei berücksichtigt wurden. Neben den Problemen von Stil und Ikonographie rückten in den letzten Jahren in der Forschung zur Buchmalerei vermehrt auch Fragen zur Funktion des Buchschmucks und zur Organisation und Arbeitsweise von Ateliers in den Blick. Neue Fallbeispiele können die vielfach ungeklärten Entstehungs- bedingungen von Handschriften im Hoch- und Spätmittelalter weiter erhellen. Welche Rolle spielen laikale, nicht bei geistlichen Gemeinschaften angesiedelte Buchmalerateliers in den Städten? Inwieweit kam es zu Herstellung und Buchschmuck unter Bedingungen von Arbeitsteiligkeit und Spezialisierung? Welche Verbindungen – Beziehungen, Abhängigkeiten, Differenzen – gibt es in dieser Zeit zwischen Buchmalerei und Wandmalerei?
Interessierte Kolleginnen und Kollegen sind herzlich aufgefordert, ihr Exposé (1-2 Seiten) an die Geschäftsstelle des VDK zu senden. Die Auswahl der Vorschläge (pro Sektion sind fünf 30-minütige Vorträge möglich) nehmen in gemeinsamer Sitzung die Sektionsleiter/innen und die Vorstandsmitglieder vor. Einsendeschluß für Exposés: 25. Mai 2010.
